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Guido Martina

(1906 – 1991)

Der am 9. Februar 1906 in Carmagnola geborene Guido Martina war zusammen mit Federico Pedrocchi nicht nur einer der ersten Autoren eigener italienischer Disney-Comics, er gilt neben Romano Scarpa auch als der wichtigste der Phase von den 50er-Jahren bis Mitte der 70er-Jahre. Nach Universitätsabschlüssen in Literatur und Philosophie produzierte Martina zunächst von 1933 bis 1938 in Paris Dokumentarfilme. Der Verlag Mondadori stellte Martina 1938 als Übersetzer amerikanischer Disney-Stories ein. Parallel arbeitete er für den Rundfunk und gab die Humorzeitschrift „Fra' Diavolo“ heraus.

Von 1948 bis Ende der 80er-Jahre verfasste Guido Martina dann weit mehr als 1000 Skripts für Disney-Comics. Der erste Zeichner, der Martinas Ideen umsetzte, war Angelo Bioletto. Gleich ihre zweite gemeinsame Arbeit, „Mickys Inferno“, wurde einer der größten italienischen Disney-Comic-Klassiker überhaupt. In den 50er- und 60er-Jahren war Martina wohl der wichtigste italienische Disney-Autor, nicht zuletzt, weil er das schon mit dem an Dante angelehnten „Inferno“ grundgelegte Genre der Disney-Literaturparodien begründete und ausbaute. Mit „Don Quichotte“ (LTB 60) löste er die bis heute anhaltende Welle von Disney-Parodien endgültig aus. Bis Mitte der 80er-Jahre war Martina selbst Hauptvertreter dieser Comicgattung, die er zunächst mit Pier Lorenzo De Vita und später vor allem mit Giovan Battista Carpi realisierte.

In den 70er-Jahren prägte Martina den Charakter Phantomias. Martina war zwar nicht der Erfinder des vor allem durch den bis heute beliebten italienischen Comic-Antihelden „Diabolik“ der Schwestern Giussani inspirierten Enten-Superhelden. Er schrieb aber viele der besten Geschichten mit Donalds Alter Ego der klassischen Phase, darunter die klassische Phantomias-Ursprungsgeschichte „Die Verwandlung“ (LTB 41). Eines der populärsten Disney-Werke Martinas ist außerdem „Das doppelte Geheimnis des Schwarzen Phantoms“ (LTB 62), die dem Schurken ein spektakuläres Comeback bescherte.

Jenseits der Disney-Produktion schrieb Martina von 1949-1955 den unter anderem von Pier Lorenzo de Vita gezeichneten und in Italien sehr beliebten Westerncomic „Pecos Bill“ und wenig später das nicht ganz so populäre „Oklahoma“. Er arbeitete außerdem für die Satire-Zeitschriften „Bertoldo“ und „Marc'Aurelio“, produzierte für „il Vittorioso“ Comic-Storys mit historischen oder an Kinofilme angelehnten Bezügen und schrieb Sketche fürs Radio.

Guido Martina starb am 6. Mai 1991 in Rom.

 

Quellen:

Text: Duckipedia; Inducks; Wikipedia.it; Bild: LTB 93, Seite 61.

 

Geschichten von Guido Martina im LTB (Auswahl):
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