
(* 1934)
Luciano Gatto wurde am 21. Mai 1934 in Venedig geboren, er ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. Der Autodidakt begann seine grafische Laufbahn zunächst im Werbe-Animationsstudio Alfa. 1956 wurde er von einem Nachbarn Disney-Legende Romano Scarpa vorgestellt, dessen Werdegang er eigenen Angaben zufolge bereits interessiert beobachtet hatte. Gatto, der schon immer von Disney-Comics fasziniert gewesen war, nutzte die Gelegenheit, um dem Meister einige seiner eigenen Zeichnungen zu zeigen. Im gleichen Jahr konnte er seine ersten drei kurzen Geschichten mit eigenen Charakteren an den Verlag Bianconi verkaufen, für den er später auch vier Jahre lang „Raviolo Kid“ zeichnete. Zudem arbeitete Gatto an „Okey Papero“, „Mao Duebaffi“, „Geppo“, „Nonna Abelarda“ und seiner eigenen Schöpfung „Pietrino“.
Gatto assistierte Scarpa 1956/57 für zunächst rund ein Jahr bei verschiedenen seiner Disney-Stories für Topolino – darunter Klassiker wie der „Fliegende Schotte“ (LTB 8 und LTB Spezial 7) oder „Die geklaute Klaue von Kali“ (LTB 76) – und noch einmal Anfang 1958, als er zusammen mit Luciano Capitanio zeitweilig den zum Militärdienst einberufenen Giorgio Cavazzano als Scarpas Assistenten ersetzte. Am 18. März 1958 schließlich bekam Gatto ein Vorstellungsgespräch bei Topolino-Direktor Mario Gentilini, fortan war er offizieller Disney-Künstler. Seine erste „eigene“ Disney-Geschichte „Paperino e il ciliegio rabdomante“ ist in Deutschland bisher leider unveröffentlicht, seitdem schuf Gatto jedoch eine Vielzahl von Geschichten für die italienische Produktion, von denen zahlreiche auch im LTB erschienen sind. 1988 begann er auch, eigene Disney-Geschichten zu schreiben, nachdem er zuvor nur Skripte anderer Autoren umgesetzt hatte.
Parallel zu seiner Arbeit für Disney illustrierte Gatto ab 1960 einige Folgen von „Sempronio, Felicino e Arcibaldo“ für das Magazin Il Monello. In den 1970er- und 80er-Jahren arbeitete er auch für nicht-italienische Verlage. Für Kauka zeichnete er von 1979 bis 1986 „Fix und Foxi“, „Lupo“ oder „Knox“, für den britischen Williams-Verlag arbeitete er 1973 an Hanna-Barbera-Charakteren wie „Motormouse and Autocat“ und „Dastardly & Muttley“. 1986-1989 steuerte Gatto für das französische Comicmagazin Pif Gadget Storys mit „Pif le Chien“ sowie „Placid et Muzo“ bei. Seit den 90er-Jahren zeichnet Gatto auch in Italien wieder für Nicht-Disney-Produktionen wie „Topo Gigio“ (1994-1996) und „Prezzemolo“ (Gaghi Editrice; im März 2007 eingestellt).
Interview mit Luciano Gatto bei www.lustige-taschenbuecher.de
Quellen:
Text: digilander.iol.it/lucianogatto/Biografia/bio.htm, Wikipedia.it, Lambiek Comiclopedia, Inducks; Bilder: LTB 12, Seite 21; I Maestri Disney Oro 31, Seite 24.