Eigentlich spricht man nicht über das Alter einer Dame, doch wir dürfen leise sagen: Daisy Duck ist 75 geworden. Seit ihrem gemeinsamen Debut mit Donalds 313 in dem Film „Don Donald“ von 1937 ist ein dreiviertel Jahrhundert vergangen.
Schleife, Wimpern, Schmuck und Pumps: So, wie Carl Barks die Verlobte von Donald 1943 in „Die tollen Trapper“ ausstaffierte, ist Daisy bis heute von Kopf bis Fuß die wandelnde Weiblichkeit Entenhausens. Sie tritt in über 800 LTB-Geschichten auf und erscheint damit doppelt so häufig wie Minni Maus. Könnte man im ersten Moment noch vermuten, sie sei nur das dekorative Liebchen an Donalds Seite, wird man schon im nächsten Augenblick eines besseren belehrt: Diese Ente ist eine Vollblutlady! Deshalb trägt sie heutzutage statt zartem Rosa eher feuriges Rot.
Ihre Vorlieben ergeben einen bunten Fächer an gängigen weiblichen Neigungen: Sie mag Handarbeiten, Einkaufstouren, ist Vorsitzende des Damenkränzchens und findet beim Gedankenaustausch selbstverständlich nur schwer ein Ende. Sie schätzt Spaziergänge und ein romantisches Picknick mit Donald. Gerne lässt sie sich von ihrem Liebsten chauffieren, nur selten sieht man sie selbst hinter dem Steuer. 
Das Kochen und Backen beherrscht sie meisterlich und wird zur sportlichen Disziplin, als sie voller Ehrgeiz und „Mit allen Tricks“ (LTB Enten-Edition 29) versucht, ihre neue Nachbarin zu übertrumpfen.
Der Traum fast jeder Ente wird wahr, als sie in „Juwelendieb an Bord“, (LTB 378) zur Miss Entenhausen gewählt wird, nachdem sie die Jury mit Köpfchen und Kuchen überzeugen konnte.
Eine echte Dame also? Fast. Zuweilen verliert sie die Haltung. Dann kann ihre Wut in einen Tobsuchtsanfall ausufern, der denen ihres Liebsten Donald in nichts nachsteht. Oft ist eben dieser das Ziel von Daisys Temperamentsausbrüchen, die für ihn oft schmerzhaft enden. Dennoch gehört Daisys Herz allein ihm. An ihren italienischen Namen Paperina (Daisy) und Paperino (Donald) sieht man es noch deutlicher: Diese beiden gehören zusammen. Ungeachtet von Donalds Eifersucht verbringt Daisy auch Zeit mit ihrem Dauerverehrer Gustav Gans: Sein Glück ist so herrlich nützlich und bequem. Was sie dagegen hasst ist, wenn Donald seinerseits die Unverschämtheit besitzt, einer anderen reizenden Ente Aufmerksamkeit zu schenken!
Als temperamentvolle und intelligente Person ist sie nicht auf den Schnabel gefallen.

So schafft sie es auch, Phantomias dazu zu bewegen, entführte Hündchen zu retten („Die entführten Vierbeiner, LTB 419).
Eine Dame wie Daisy drängt es außerdem zum Schreiben. Tagebuch versteht sich. In bislang acht LTB-Geschichten erzählt sie aus ihrem Tagebuch, acht weitere Comics im LTB schildern Erlebnisse „aus dem Tagebuch einer Vorfahrin“. So schlüpft sie in die Rolle der Nofredaisy, der Daisy Andrews, der Lady Daisy, der Daisina oder wie bei „Das rote Zimmer“ (LTB 227) in die der Daisy Holmes, einer klugen Lehrerin – ohne Schleife, mit viel Einfallsreichtum.

Von den Geheimidentitäten ihres Liebsten ahnt Daisy nichts, wenngleich sie nur zu gern wissen würde, was Donald macht, wenn er sich plötzlich mit einer fadenscheinigen Ausrede für eine DoppelDuck-Mission davonstiehlt. Rein fürs weibliche Kontrollprotokoll. 
Ironischerweise verehrt sie Phantomias, während ihr Donald für keine Kritik zu schade ist.
Umgekehrt hat auch Donald keine Ahnung von Daisys alter Ego, der heldenhaften Phantomime. Auch wenn sich die beiden nichts ahnenden Helden uneins sind, wer der bessere Retter ist: Es knistert auch hier mächtig zwischen Donald und Daisy („Illusion und Wirklichkeit“, LTB Premium 1)
Keine Frage, mit ihrer Mischung aus Anmut, Temperament und Leidenschaft wird Daisy Duck auch weiterhin die weibliche Hauptrolle spielen – bei Donald und im LTB. Ob sie sich schon den Schnabel für den nächsten Auftritt pudert? Der ist in LTB Enten-Edition 33 – ab dem 17.02.2012 überall im Handel!
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